Robert Koop: 50 Jahre Stadtrat als Einarbeitungszeit

Nach fünf Jahrzehnten ununterbrochener Arbeit im Lingener Stadtrat tritt der BN-Fraktionsvorsitzende Robert Koop bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 für den Kreistag des Landkreises Emsland an. Die Kandidatur erfolgt auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft Emsland (UWG), mit der die BürgerNahen (BN) auch bei dieser Wahl zusammenarbeiten.

Robert Koop, Mitglied des Stadtrats der Stadt Lingen (Ems) für 50 Jahren und Fraktionsvorsitzender der BN Fraktion.
Mitglied des Stadtrats der Stadt Lingen (Ems) für 50 Jahren und Fraktionsvorsitzender der BN Fraktion.

„Es brodelt nichts, und es gibt auch keine späte Ambition“, sagt Koop zu der Frage, die in den vergangenen Tagen mehrfach an ihn herangetragen wurde. „Ich habe fünfzig Jahre lang im Stadtrat erlebt, wie Entscheidungen aus dem Kreishaus bei uns vor Ort ankommen – manchmal gut, manchmal so, dass man zweifelt, ob dort jemand unser Lingen von innen kennt, der im Kreistag entscheidet. Genau da möchte ich ansetzen.“

Wer ein halbes Jahrhundert Kommunalpolitik von der Basis her gemacht habe, kennt die Stellen, an denen Kreis und Stadt aneinander vorbeiarbeiteten, besser als jeder Neueinsteiger, heißt es aus der BN. Die Kandidatur sei deshalb keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Ortskenntnis: Themen wie Wohnraum, Nahverkehr, Schulträgerschaft zB das Abitur an der Gesamtschule und die Kreisumlage, also die Zwangsabgabe der Städte und Gemeinden an den Landkreis sollen im Kreistag entschieden werden, ihre Folgen aber in den Rathäusern und Dorfgemeinschaftshäusern verhandelt. Diese Perspektive wolle Koop künftig unmittelbar in die Kreispolitik einbringen.

Robert Koop selbst formuliert es knapper: „Fünfzig Jahre Gemeinderat sind keine Vergangenheit. Das ist die beste Einarbeitungszeit, die man für den Kreistag haben kann.“

Die BürgerNahen auf den Listen zur Kreistagswahl

Die BürgerNahen treten zur Kommunalwahl im September mit einem Programm an, das die Stärkung der Gemeinden gegenüber der Kreisebene, bezahlbaren Wohnraum und eine bürgernahe Verwaltung in den Mittelpunkt stellt. Zentrale Punkte sind beispielsweise die Förderung des Linus Lingen, das als Bad weit über die Stadtgrenzen hinaus den Menschen zur Verfügung steht und auch so „kleine Pretiosen“ wie das LIN-Kennzeichen, das die BN gern zurück haben möchte. Mit dem „ziemlich klug agierenden Landrat Marc-Andre Burgdorf“ sei er in einem unlängst geführten Gespräch zum Linus-Bad schnell übereingekommen. Beim LIN-Autokennzeichen — Koop: „Ein kleines Thema mit großer Symbolwirkung“ — gebe es noch Überzeugungsbedarf, sagte Koop, und auch bei der Gesamtschule Emsland, die endlich eine Oberstufe braucht.